Die heutigen Damwildvorkommen in Mitteleuropa gehen alle auf Tiere zurück, die der Mensch aus Kleinasien eingeführt hat. Im 16. Jahrhundert wurden die ersten Tiere in Baden-Württemberg im Tierpark Urach „Dehm“ ausgesetzt. Die Einbürgerungswelle in Deutschland ging aber weitgehend an Baden-Württemberg vorbei, nur ca. 1% der deutschen Gesamtpopulation lebt hier.
Die frei lebenden Vorkommen beschränken sich im Wesentlichen auf sechs voneinander isolierte Gebiete. Die Gehegehaltung zur Gewinnung von Wildfleisch ist weit verbreitet. Abschüsse aus Gattern und zum Teil aus Wildparks werden gemeldet und fließen – wie auch Abschüsse entwichener Gehegetiere – zu einem erheblichen Teil in die Jagdstatistik ein. Daher sind Rückschlüsse auf die frei lebende Population auf der Grundlage der Jagdstatistik nicht ohne Weiteres möglich. Es ist davon auszugehen, dass der frei lebende Damwildbestand ab 1980 auf einem stabilen Niveau lag und in den letzten 15 Jahren deutlich anstieg. Eine Ausbreitung dieser in nur wenigen Gebieten vorkommenden Schalenwildart wird derzeit nicht angestrebt, da dies zu weiteren Konflikten führen kann.